Till Hagen

Also wer bin ich?/ist Till Hagen?

Das ist im allgemeinen eine sehr gute Frage. Ich könnte hier auch mein Lebenslauf als Datei hinterlegen, aber das wäre der Website nicht gerecht geworden. Wie gut, dass ich mal meinen Weg für eine WhatsApp Gruppe aufgeschrieben habe. Der folgende Text ist aus März 2021 und im Anschluss kommt der ist Stand von heute.

Das wichtigste vorweg, ich bin zu 95% für die Gestaltung der gesamten Website zuständig.

PS.: Das Foto ist bei einem professionellem Fotografen aufgenommen worden.

Grundinformationen

Ich heiße Till Hagen, bin 32 Jahre alt, habe 2014 die Diagnose Autismus bekommen, Depressionen sind seit 2013 bekannt. Panikattacken kamen 2016 hinzu. Seid 2020 bin ich hier bei Phönix aktiv. Aber nicht nur da. Auch in Wickede bei dem Verein Zuhause-Gut e. V. bin ich häufig zu Besuch. Die setzen sich für ein Leben, Wohnen und Arbeiten mit Autisten ein.

03.03.2021

Also mein kleiner Weg beginnt theoretisch 2007/2008, als ich mein FSJ in Soest an Bodelschwingh Schule (Schwerpunkt Geistige Entwicklung) absolviert habe. Ich hatte eine Kopie eines Flyers vom DRK Kreisverband Hamm gefunden. Und habe mich im Asperger-Syndrom wiedergefunden. Eigentlich habe ich mich dort sehr wohl gefühlt. Nicht nur als Mitarbeiter, sondern auch als einer von denen.

Anfang 2008 ist dann mein Vater gestorben. Von 2008 bis 2010 war ich das erste Mal bei der Trauergruppe Sommerland der Diakonie. Dort hatte ich auch mal im Rahmen eines Einzelgesprächs gefragt, ob es sein könnte, dass ich Autist bin. Da hat man mir dann gesagt, Anzeichen wären da, aber ansonsten ist da nichts. Also Frage wieder in die Schublade und bis 2013 ist sie dort dann auch geblieben.

Ende 2010 ist dann mein Opa verstorben, was auch wieder ein Schicksalsschlag für mich war. (Man sagt ja, solche Erlebnisse können das Verhalten von Autisten verstärken, oder erst dadurch verstärkt an die Oberfläche bringen.)

Während meiner 2. Runde beim Fachabi Gesundheit und Soziales war ich im Marienkrankenhaus. Das war 2013/2014. Seit 2012/2013 bin ich in psychiatrischer Behandlung. Ich bin froh, dass ich mit Frau Dr. Conrad aus Bad Sassendorf so gut klar komme. Die hat mir 2013 gesagt, weil es mir nicht gut ging, ich soll mich doch mal die Tagesklinik in Soest wenden. Habe ich gemacht. Ich war dann dort von Mitte November 2013 bis Mitte Dezember 2013 für ca. 5 Wochen. Dies hat mir sehr gutgetan. Es hat mir gezeigt, dass ich meine Anlaufstellen nicht nur im Kopf haben muss, sondern sie auch effektiv nutzen muss. Also habe ich aufgeschrieben, wer zu meinem Netzwerk gehört. Bis heute hat es sich immer erweitert.

Dann kurz nach der Entlassung aus der Tagesklinik vlt. auch schon Anfang 2014 habe ich dann die Zweigstelle der Autismusambulanz vom DRK Kreisverband Hamm in Soest gesehen (Zu dem Zeitpunkt noch mit einem Raum in der Osthofen Straße). Da meine Frage immer noch nicht beantwortet war, habe ich mir gedacht jetzt oder nie. Ich habe mir also ein Termin gemacht, da kam heraus, eine Abklärung wäre Sinnvoll.

Man hat mir Adressen gegeben, wo ich anrufen konnte. Köln, Dortmund, Bochum und Münster (in Münster mittlerweile nicht mehr möglich) waren die Orte. Köln war mir zu weit, Dortmund Warteliste ab 2015, Bochum hat gesagt, wir schicken erst die Unterlagen und machen dann einen Termin und in Münster hatte ich für den 24.07.2014 einen Termin bekommen. Also habe ich die Unterlagen aus Bochum mit nach Münster genommen.

Da habe ich dann einen kleinen Laufzettel bekommen, was ich alles besorgen sollte. Unter anderem ein MRT vom Kopf, ein EEG aber auch Schulzeugnisse aus der Grundschule oder alte Arztberichte, die darauf Hinweise geben könnten.

Einen dieser Arztberichte kannte ich nicht. Ich wusste zwar, dass ich 1998 mal in Hamm in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ein Gespräch hatte. Die Unterlagen die meine Mutter ausfüllen musste, wann ich das erste Mal laufen konnte, die erste Wörter gesagt habe, wer evtl. Einfluss auf die Erziehung haben könnte usw., die kannte ich. Aber einen Abschlussbericht dazu nicht. Habe ihn mir dann Eingefordert und war über das Ergebnis doch etwas erstaunt. Und habe mich gleich gefragt, warum.

Das Ergebnis waren unter anderem folgende Diagnosen:

ICD 10 F83.0 (kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung)

ICD 10 F93.9 (Verdacht auf beginnende nicht näher bezeichnete emotionale Störungen des Kindes alters)

Aber auch der Satz, der bei mir die meisten Fragezeichen ausgelöst hat.

Dem Wunsch Frau Hagens entsprechend (z.ZA. keine weitere Diagnostik bzw. Beratungsgespräche) haben wir bei Bedarf Kontakte angeboten.

So wie sich das liest, müssen wohl 1998 erste Anzeichen dafür dagewesen sein, aber es ist nichts weiter gemacht worden.

2015 habe ich dann auch aus Gesundheitlichen Gründen kurzzeitig im Wohnheim der LWL Blindenschule wohnen dürfen. In der Zeit hat dann meine Mutter die Unterlagen gefunden. Und mir auf meine Frage, warum nichts gemacht worden ist, gesagt, dass sie mit meinem Vater zusammen entschieden hätte, dass nichts weiter gemacht werden sollte. Der Grund war einfach der, „Weil ich sonst auf eine Klötzchen Schule gekommen wäre“.

Wie gut das ich 2016 ausgezogen bin. Ich hätte es dort nicht länger ausgehalten. Und seit 2016 lebe ich allein in meiner kleinen Wohnung. Ich durfte von 2016 bis 2018 unter der neuen Leitung von Sommerland erneut dran teilnehmen. Diesmal hat es mir geholfen. Von 2017 bis 2019 hatte ich Autismus Therapie. Des Weiteren bin ich aktuell auf der Suche nach einem Psychotherapeuten. Man hat mir geraten Verhaltenstherapie zu nehmen, aber ich denke die Analyse könnte auch etwas für mich sein.

Es gibt zwei Situationen, woran ich mich auch noch sehr gut erinnern kann. Eine Situation hat mit meinem FSJ zu tun. Aber das ist eine andere Geschichte. :D Wenn ihr die hören wollt, sagt mir Bescheid.

Die andere Situation hat mehr oder weniger mit mir zu tun. Wir sind als Opa noch gelebt hat, jeden Mittwoch zum Essen nach Niederbauer gefahren. (Dort hat Oma immer noch ihren Bauernhof.) Und eines Mittwochs war Mama wieder an mir am Herumnörgeln. Und da hat meine Oma gesagt: „Lass doch mal den armen Jungen in Ruhe“.

Mein Schulischer und Beruflicher Weg ist genauso Chaotisch, wie mein Privater und Gesundheitlicher weg.

Und da es jetzt etwas Länger ist, habe ich mir gedacht, ich mache daraus eine PDF-Datei.


Bei Rückfragen gerne auf mich zukommen.


24.01.2023

Und hier ist der aktuelle Stand:
Seit Mitte 2020 engagiere ich mich ehrenamtlich hier im Verein. Es hat als Teilnehmer der Selbsthilfegruppe "Junger Wilder Phönix" angefangen. Mittlerweile habe ich mich doch im Gegensatz zu 2021 stark stabilisiert. Aber die letzten 3 Jahre waren nicht so optimal wie ich mir das vorgestellt habe.

2020 Ich bin kurz vorm 1. Lockdown am rechten Knie operiert worden.
Ab September 2020 habe ich eine Berufliche Maßnahme gemacht, die mir definitiv nichts gebracht hat. Die ging bis Anfang Mai 2021. Und psychisch hat mich die Zeit ab dem 2. Lockdown Anfang Dezember 2020 voll fertig gemacht. Das Jahr 2021 war mit Abstand das schlechteste Jahr, seit 2013. Es hat auch dementsprechend geendet. Ergebnis des Jahres 2021 war ein Brustwirbelbruch nach einem Treppensturz am 26.12.

Für 2022 habe ich mir gesagt, ich nehme gesundheitlich alles mit, was kommt. Und so kam es dann auch. Hätte ich mal differenziert, ob ich nur gute Sachen haben möchte oder nur negative. Aber leider habe ich die nicht gemacht.

Es fing gut an. Mein Tagesklinikaufenthalt, der eigentlich am 27.12.2021 starten sollte, den habe ich dann Mitte/Ende Februar angegangen. Nur musste ich vorzeitig entlassen werden, da ich Covid-19 positiv war. Zu dem Zeitpunkt konnte man eh jeden tag mit mindestens 2 oder 3 neuen Patienten rechnen, die an Covid-19 erkrankten. Zum Glück stand die Reha im Sommer in Bad Nauheim vor der Tür. Aber was soll ich sagen, auch hier lief nicht alles glatt. Ich durfte mich 5 Tage vorher wegen eines Nabelbruchs operieren lassen. Während der Reha hat mir mein Bad umgebaut. Da habe ich aktuell immer noch ein paar kleiner Baustellen. Ende 2022 ist dann auch noch meine Oma verstorben. Wenn das alles nicht wäre, könnte ich sagen, dass Jahr 2022 war soweit positiv.

Für das Jahr 2023 habe ich mir gesagt, weniger im Krankenhaus verbringen wäre gut. Alles andere soll mich überraschen.