Als Phönix e.V., Verein für Seelische Gesundheit, sind wir Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen und bieten derzeit ca. 350 Betroffenen Unterstützung durch einen “Offenen Treff“, Selbsthilfegruppen, Beratung und diverse Präventionsangebote.
Menschen, die zu uns kommen, sind aufgrund ihrer Lebenssituation und Erkrankung dringend auf psychotherapeutische Unterstützung angewiesen. Seit Corona ist die Nachfrage nach unseren Angeboten nochmals enorm angestiegen, auch aufgrund des bis dahin ohnehin schon knappen Angebotes ambulanter
therapeutischer Versorgung Erkrankter. Die Situation ist bereits heute mehr als dramatisch, da viele Erkrankte häufig erst nach Jahren oder überhaupt keine dringend notwendige Behandlung erhalten.
Zum 1.4.2026 hat nun der Beraterausschuss der GKV eine Honorarkürzung für psychotherapeutische Leistungen um 4,5% beschlossen. Dies wird den bereits heute existierenden Mangel an zeitnahem Zugang zu Therapieplätzen vehement verschärfen. Psychotherapeutische Praxen werden ihr Angebot neu ausrichten, möglicherweise zugunsten privater Leistungen und zulasten der gesetzlich Versicherten, dem größten Teil der Betroffenen.
Psychisch Erkrankte sind letztendlich als vulnerable Gruppe der Gesellschaft ohne Lobby die Leidtragenden dieser nicht nachvollziehbaren Sparmassnahme. Langfristige sozioökonomische Folgen/Kosten sowohl für Krankenkassen als auch für den Staat scheinen die Kürzungen unbedacht.
Wir fordern daher eine umgehende Revision und ein sofortiges „Rückgängig machen“ dieser Kürzungen und stehen gerne als Interessenvertretung zu zielführenden Gesprächen zur Verfügung.
Der Vorstand von Phönix e.V.